Komm ich jetzt im Fernsehen?

Mein lieber Leser, da war ich voller Schreibelan, im Mai, aber dann kam soviel anderes dazwischen (Fernsehauftritt, Meyer-Werft, Pokalsieg, etliche Male nach Villach um den Alten endlich ins Heim abzuschieben, zudem ist Fussball-WM und eine Hochzeit muss auch noch geplant werden), dass die Berichte aus Belfast, Island und den Schafsinseln warten mussten. Aber heute gehts endlich weiter – so ich mir beim Rasenmähen nicht die Finger wegmähe.

Bevors wir zu Nordirlandislandshetland kommen nur noch kurz zu einigen der oben erwähnten Zwischentermine.

Im Fernsehen waren wir. Haaa. Die Fraa schaut sich ja gerne diese Schwätzesendungen im nordischen Dritten an. Und wenn man sich bewirbt, weil man gerne ins Fernsehen will, bekommt man Tickets. Nach Jahren der Wartezeit. Und ohne zu wissen, wer denn dann zu Gast sein wird. Und damit die Fraa dahin konnte, hab ich mich, als freundlicher Österreicher, angeboten, mitzukommen. Also, ab nach Hannover. Ja, hilft ja nix. Gut, wir hatten Glück – Hotel ausserhalb, Messestudios ausserhalb, also waren wir fast nicht in Hannover. Aber, es ist nachwievor gleich öde als wie damals, als ich paar Wochen vom kapitalistischen Ausbeuter gezwungen wurde, da oben zu schaffen.

Also, simmer zum Fernsehstudio, wurden zum Glück auf guten Platz gesetzt, mit feinem Überblick. Dann kam kurz vorher so ein Spassmacher, der das Publikum anheizen soll. Leidlicher Auftritt. Blöderweise hat der Typ dann immer als erster geklatscht und als lautester gelacht, wenn sonst keiner klatschen oder lachen wollte. Gut, ist sein Job. Wird ja auch kapitalistisch ausgebeutet.

Das Ganze war deutlich besser als ich befürchtet hatte. Wenn ich ins Bild kam (leicht zu erkennen an diesem roten Licht an den Kameras. Und dem Anstupsen seitens der Fraa.) setzte ich den interessierten Profiblick auf (auch wenn die eine Winnetou-Trulla irgendwas Ödes über ihren langweiligen neuen Film erzählt hat), sobald das Licht aus war, fiel ich immer in kurzen Powernap. Wach wurde ich dann immer nur, wenn a) Rotlicht (siehe vorher) oder b) mir der Kameramensch mit seiner Kamera 3 über die Zehen gerollt ist. Also, fast. In Wahrheit ist mir bloss die Kabeltrommelaufrollerin druff gelatscht.

Kurzweilig gings vorbei. Klatschen. Abgang der Prominenz. Leider wurde man nach der Sendung schnell aus dem Studio getrieben, schade, ich hätte Herrn Pilawa gerne mitgeteilt, dass er in echt nicht so langweilig rüberkommt wie im Fernsehen. Aber gut, wenn man nicht will. *schmoll*

Nächsten Tag gings dann nach Papenburg. Das hatten wir uns so überlegt – erst Hannover, und wenn man schon mal nördlich von Kassel ist, kann man auch gleich weiter, ins platte Land.

Papenburg. Nettes Städtchen. Kleine Häuschen. Böötchen allenorten. Paar Brückchen. Mittendrin ein Flüsschen. Und ein rotes Rathaus. Muggelig. Muss man aber kein zweites Mal hin.

Dann gings per Shuttle und mit 200 anderen Besuchern (beim Buseinstieg machte sich die jahrelange ÖPNV-Erfahrung bemerkbar, 1 Omma weggestumpt, 2 Oppas die Gehilfe weggetreten, aber wir hatten einen Sitzplatz) raus zur Meyer-Werft. Was ein Riesenteil. Gut, aber irgendwo muss so ein modernes KF-Schiff auch unterkommen. Kannst ja schlecht 15000 Chinesen mit Regenschirmchen drumrum stellen. Obwohl?!?!

Leider hatte die Führung teilweise mehr von einer Verkaufsveranstaltung denn Führung. Aber was wollen die mir verkaufen? Ein Kreuzfahrtschiff? Ob da die Bank mitmacht? Und wohin damit? So Dinger sind heute über 300 Meter lang, die stellt man nicht locker in den Vorgadde.

So in Summe wars durchaus interessant (man bekommt doch einiges erklärt, wie die so ein Schiff bauen), aber wenn man schon mal auf so einem Kahn war, dann haut einen das nicht um, wenn man sowas in der riesigen Fertigungshalle sieht. Und Papenburg ist wie Wolfsburg – alle, die da leben, arbeiten bei einem Laden. Oder leben von dem. Irgendwie gruselig.

(Info für den Kenner – drinnen Aida Nova, bald fertig, wird im Herbst ausgeliefert. Draussen Spectrum of the Seas, liegt noch in Einzelteilen rum, wird Frühjahr 2019 ausgeliefert.)

So, jetzt aber mit weiter der KF in den Norden. Wobei ich die Punkte Belfast und Shetlands nur kurz streifen werde.

Nach dem Ablegen aus Dublin gings den kurzen Weg rüber nach Nordirland. Und da hats das erste Mal, seitdem wir jemals in Britannien waren, so richtig geschüttet. Also, Taxi geschnappt, mit ner netten Deutschen (die wir zufälligerweise schon da getroffen haben, obwohl wir mit ihr erst in Reykjavik verabredet waren) und einem Paar aus den US and A (bisserl über Trump amüsiert) geteilt, ab ans Titanic-Museum. Herrschaften, sollte einer mal nach Belfast kommen, das ist eine unbedingte Empfehlung. Genau am Ort der einstigen Titanic-Werft hat man ein hypermodernes Gebäude hingestellt, beeindruckend in Form und Inhalt.

In epischer Breite und sensationeller Sorgfalt und wahnsinniger Detailreiche, mit viel Interaktion (da gibts sogar eine kleine Achterbahn, mit der man im Inneren des im Bau befindlichen Schiffsrumpfes rumfährt) und Mitmachmöglichkeiten, wird über die Geschichte von Belfast Anfang des 20-ten Jahrhunderts erzählt. Über die ersten Ideen zu diesem Schiff. Über die Planungsphase, die Konstruktion, die ersten Fahrversuche. Und über die Jungfernfahrt und das Sinken, das Suchen und das Finden. Grossartig und ganz toll.

(Blöderweise sind die Bilder aus dem Inneren des Museums nix geworden, alle unscharf. Ich muss wohl noch üben, wie man im Inneren bei eher Dunkel knipst. Macht aber nix, da muss man eh selber hin.)

Nach Belfast hat die Kreuzfahrt so richtig begonnen. Ab nach Island, 2 Tage lang nix als Wasser und Meer und Kuchen und kaum Sonneruntergang. Ein wunderbares Schiff (ich mag die S-Klasse von Celebrity, nicht zu gross, nicht zu klein, leider schon etwas in die Jahre gekommen ), nette Mitreisende (das bedeutet, kaum Piefke und wenige Chinesen) und grossartiger Service (Gruss an unseren kroatischen Kellner Dejan, der mir nach dem 1:0 von Rebic während des Finales freudestrahlend extra Dessert gebracht hat). Allerfeinst.

Über Island berichte ich im nächsten Beitrag, damits hier nicht zu voll wird.

Als letzten Stopp, vor Dublin, kamen wir auf die Shetland-Islands. Siehe Papenburg – nett, muggelig, muss man nimmer nochmal hin. Wir sind raus, bisserl durch die Gemarkung spaziert, die Fraa hat den unvermeidlichen Magneten gekauft, die heimische laufende Klein-Salamai haben wir nicht gesehen, zurück an den Hafen, zurück aufs Schiff. Kuchen. Danke.

Also dann, ab nach Island, einem Hochlicht unserer bisherigen Reisehistorie. Bleiben Sie dran.

Info zum Beitragsbild – Lerwick in der Frontalansicht


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