Irland. Versuch einer Aussöhnung.

Jessas, das klingt ja ganz übel, mein Rückblick auf Irland in Teil 1. Aber, ich versuche das mal zu erklären – die Fraa war krank. So richtig. Und deswegen konnten wir viele der geplanten Unternehmungen nur halbkräftig angehen, mussten etliche Päuschen machen, blieben da nicht stehen, gingen dort noch rein, liefen hier nicht hoch, gönnten uns dort kein zähes einheimisches Gebräu. Zudem mussten wir in Galway unseren Tagesplan komplett verwerfen, statt Connemara gabs Salthill Medical Centre. Und wenn alles nur mit Halbgas geht, dann, so vermute ich, macht der Rest auch nicht so richtig Spass, dann ist man sauer und fast traurig, und das färbt dann auf die rückblickende Beurteilung ab.

Das habe ich jetzt, beim Verfassen der Rückschauen, erkannt. Daher, ab nach Irland, sicherlich nochmal, mit ausreichend Zeit und einem kleineren Auto und einer fitten Fraa, dann machts auch Spass und man kann sich an den Naturgegebenheiten (und sicherlich auch an den kleinen Burgchen und Schlösschen) erfreuen. Ausserdem muss ich eh noch mal zwingend nach Dublin, dazu später aber mehr.

Aber jetzt, weiter im Programm – Galway. Wie schon in Teil 1 erwähnt, erwartete uns ein wunderbares B&B. Schon bei der Ankunft wurden wir von der rührigen (ich finde dieses Wort grauenvoll, aber hier vollkommen passend) Mary empfangen und mit Tee und Kekschen gemästet. Und so gings weiter, tagsüber gabs allerhand so nebenbei, das Frühstück war sensationell. Irish, american, tradionell. Und als Höhepunkt Pancakes. Wunderbar fluffig, fluffigger geht nimmer mehr. Zudem hat sie die kranke Fraa gleich mal adoptiert und sich mächtig drum gesorgt und rührend gekümmert.

Tja, und eigentlich wollten wir an diesem Tag eine grosse nette Connemara-Rundreise machen, paar kleine Dörfchen besuchen, die Küste entlang, den Regen geniessen, zur bekannten Kylemore Abbey und zum Ashford Castle (wo wir anfangs der Planungen überlegt hatten, Quartier zu nehmen, aber da die um die 600 Euro/Nacht aufrufen, haben wir dankend abgelehnt) fahren, stattdessen verbrachten wir den Vormittag terminausmachend im Salthill Medical Centre. Und verbrachten den Nachmittag, nachdem wir vormittags den Termin ausgemacht hatten, wartend im Salthill Medical Centre. Hat aber wohl was gebracht (man war da sehr nett und machte einen korpulenten Eindruck), es gab schwere chemische Keule, und der Fraa gings dann von Tag zu Tag besser. Was ein Glück.

Tipp – wenn im europäischen Ausland, prüft mal, ob auf euren Krankenkassenkärtchen irgendwas mit „europäisch“ druffsteht, weil dann müsst ihr bei einem Arztbesuch nicht in finanzielle Vorleistung treten.

So, wenn schon mal in Galway, was tun? Ab in die Stadt. Ich machte mich dann auf, alleine, zu Fuss, während Madame einen auf gemütlich machte, spazierte 45 Minuten hin, schaute mich ne gute Stunde um, spazierte dann wieder 45 Minuten zurück. Um dann, der aufmerksame Leser ahnt es, im Salthill Medical Centre zu sitzen.

Am nächsten Tag stand dann schon der Rückweg nach Dublin an – raus aus Galway, nettes Städtchen, viele junge Leut, wir kommen wieder. Unterwegs gabs einen kurzen Halt bei einer weiteren wichtigen keltischen Stätte, Clonmacnoise. Amüsant, die ganzen aufgeregten Amis dabei zu beobachten, wie sie was bestaunen, das es schon gab, Jahrhunderte, bevor man versehentlich deren komische Insel entdeckt hat.

Finally. Dublin. Für die eine Nacht, bevor wir das Schiff enterten, hatten wir uns fein im Schlösschen einquartiert. Clontarf Castle. Nett, so von aussen. Innen gabs die einzigen Fish&Chips auf unserem Irland-Abstecher, sonst nix mehr, aus den oben genannten Gründen.

Später, nach 10 Tagen Schiff, kehrten wir zurück, für einen weiteren Tag, bevor wir die Heimreise antreten mussten. Und dann, weil fit, gabs Besichtigungsprogramm. Wir hatten uns einen dieser Citywalks ausgesucht, bei dem man mit Guide spazierend durch die Gemarkung wandert und mächtig was erklärt bekommt. Kann man durchaus empfehlen – German Walking Tour.

Ich fand die Tour interessant, es wurde uns viel erklärt über die Geschichte Irlands im Allgemeinen und Dublins im speziellen, wir haben viel gesehen (leider darf man mit solchen Gruppen nicht mehr ins Trinity College, das also einzeln einplanen) und sind bei wunderbarem Wetter gemütlich durch die Stadt spaziert.

Hier, dazu abschliessend eine Frage – warum müssen Leute, vor allem das Weibsvolk, in solchen Gruppen eigentlich immer, immer, immer, neben ihrem Mann rennen? Und dabei, um neben ihren Mann zu gelangen, bleibt dieses Weibsvolk einfach immer stehen, und wartet. Mitten im Weg. Können die nicht mal 10 Minuten alleine rennen? Haben die Angst, sich zu verirren? Oder gestohlen zu werden? Oder, vermutlich am wahrscheinlichsten, dass der Mann sich aus dem Staub macht? Da lob ich mir meine Fraa, die kann auch mal 10 Minuten ohne Vaddi durch die Stadt rennen.

Ach, und vor dieser Tour wollten wir pflichtgemäß ins Hard-Rock-Cafe, um das obligatorische T-Shirt zu erstehen. Da hatten die geschlossen. Wegen Umbau. Das hat meine Irland-Laune gleich nochmal angehoben. Aber gut, die Fraa hatte einen Tipp, zwecks eines netten Cafes, dann also dahin, um die gehobene Laune zu steigern. Und, was war? Genau.

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Soviel zu Irland. Aus den genannten Gründen keine Reiseempfehlung wert, wir werden es aber nochmal versuchen.

Bleiben Sie dran, lieber Leser, demnächst gehts weiter, mit Schiffchen fahren, Island, und – vermutlich – Österreich gegen Deutschland im gepflegten Balltreten.

Info zum Beitragsbild – da oben, da in Grün, das gehörte mal diesem irischen Sänger und Steuerbetrüger

 


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