Delphine springen durch Hole in the Rock

Selbstverständlich erspare ich mir und Ihnen, verehrter Leser, jegwede Anspielung auf den unsinnigen Karneval/Fasching, der da draussen tobt. Helau, Alaaf und LeiLei überlasse ich den Teilzeitlustigen, ich bin ja ganzjährig gut gelaunt. *tätäää*

Wo waren wir denn, in Teil 5? Genau, Cape Reinga war, Bay of Islands kommt. Wir haben uns den Cream Trip ausgesucht, eine ganztägige Tour durch die Bay, mit Hole in the Rock, Delphinsichten und dann netter Halt am feinen Strand.

Los gings in Paihia, besten Platz (ganz oben, Reihe 3) am Boot gesichert, da taktisch klug beim Anstellen vorne positioniert. Man ist in Neuseeland überhaupt sehr diszipliniert beim queuen, wohl das englische Erbe. Falls einer aus der Reihe tanzt, dann der Chines‘. Der wird dann aber schnell mal von den Anstellern per Signal nach hinten gewiesen. Klappt. Meist. Schnell noch übergesetzt ins Nachbarkaff (Russell. Das war früher sowas wie das Offenbach Neuseelands – versifft, voller Gesindel, an jeder Ecke Verbrecher und käufliche Damen), um die letzten Mitfahrer aufzunehmen, dann gings los, raus in die Bay.

144 Inseln. Viele kleine, einige grössere. Ein Paradies für den Wassersportler und den Tierbeobachter. Und von hier aus begann die Europäisierung Neuseelands, weil hier einst der erste weisse Mann (James Cook, 1769) landete. Bildungsauftrag für heute erfüllt.

Gemütlich gings los, mit einem Anlegen an Moturoa Island. Die Insel ist bewohnt, man kann da sich da aber auch übernachtungsgästig einquartieren. Wir haben aber bloss Speis und Trank vorbeibracht (die Ausflugsboote fungieren 3 mal die Woche als Pizzabringdienst), dann gings weiter zu den Black Rocks, Vulkangestein mit Massen an Vögeln druff. Welche genau, keine Ahnung. Aber laut warens, die Viecher.

Dann hiess es „Delphine gesichtet“ (da sind ja alle Boote untereinander vernetzt, damit sofort bekannt wird, wo es welche gibt. Und dann rasen alle dahin und die Delphine sind schon weg. Sind ja auch net deppert.) Wir dort hin, aber nix. Lag vermutlich an den Orcas, die jenseits des Hole in the Rock gemeldet wurden. Ui, die würde ich mir ja gerne mal anschauen. Und falls sie nicht näher kommen, wir hatten ja genug Touris an Bord, als Lebendköder für den Walfisch.

Später hatten wir aber Glück. Nun, ich net, da ich oben sass, gemütlich ausschauend. Und ich wollte meinen guten Platz nicht aufgeben, da bin ich wertkonservativ. Aber unne, da wo die Fraa temporär war, da tummelte es sich.

Bei herrlichem Wetter (hatte dann am nächsten Tag Sonnenbrand an allen nicht verhängten Stellen, Details erspare ich dem geneigten Leser) tuckerten wir durch die muggelige Gegend, an Marsden Cross vorbei, über die offene See, zum nächsten Hochlicht.

Motukokako. Piercy Island. Hole in the Rock. Eine Felsinsel, paar Hundert Meter vorm Festland, mit einem, wie der Name schon sagt, Loch im Fels. Bei passenden Gezeiten, ruhigen Seegang und mutigem Skipper kann man da mit seinem Boot durchfahren. Unser Kapitän zierte sich erst wie ne Jungfrau vorm ersten Mal, dann holte er aber Schwung, und mit Schmackes gings quer durch den Fels. Sensationell. Cool. (Ja, ich weiss, das Wort häuft sich, aber was soll ich machen? „Dufte“ schreiben? Nö.)

Ich Depp ja nur mit Bildern (wollte filmen, habs aber net hinbekommen), die Fraa hats wieder geschafft, ein Video zu machen.

Wir hatten hier den Wendepunkt der Tour erreicht. Gerüchteweise sollten sich noch die bereits erwähnten Orcas da in der Gegend rumtreiben, es wurde Ausschau gehalten. Aber nix entdeckt. Ausser ein winkender Schiffbrüchiger, aber wir hatten keinen Platz mehr für den Kerl. Bissi Schwund gibts immer.

Zur Rückfahrt gings quer durch die Bay, links Inselchen, rechts Inselchen, nach Urupukapuka, wo wir in der Otehei Bay an Land gehen sollten, zum Picknick und zur Erfreuung an Strand und Sitzmöbel. Angelegt, Lunchpaketchen gefasst, runner von Bord, Päuschen, dann wieder zurück an Bord.

Ein weiteres 360-er – begeistertes Rumsitzen.

Und dann machten wir uns langsam auf den Rückweg, vergeht schnell, so ein Tag, wenn man hin und her tuckert. Nach Rückkehr nach Paihia gönnten wir uns ein feines Nachtmahl, dann noch Terrassenausguck, am nächsten Tag mussten wir nach Auckland.

Am Weg nach Süden führte uns unser erster Abstecher nach Kawakawa. Ein Kaff, das keiner kennt, aber wenn man schon mal in der Gegend ist, und noch dazu Österreicher, muss man dahin, um etwas anzuschauen, was ein Österreicher hier hinterlassen hat:

Ok, weiter gings, kleiner Halt noch bei den Whangarei Falls (mir scheint, die Neuseeländer überschätzen bisserl die Mächtigkeit ihrer Wasserfälle), bevor wir die restlichen paar Kilometer, gemütlich die Küstenstrasse entlang, für die letzten 2 Tage in Neuseeland nach Auckland zurückkehrten.

AirBnB-Wohnung bezogen (feines Teil, super Lage), Mietwagen zurück (knappe 1500 km gefahren), den Hafen entlang spaziert („Weisste noch, da simmer angekommen, vor 4 Tagen“), Queen Street hoch (sowas wie die Zeil, da findet man alles), Skytower geschaut (da gibts Irre, die oben, in 200 Meter Höhe aussen rum spazieren), bisserl shoppen (Fraa brauchte noch was an Geschmeide), nächsten Tag bisserl Sightseeing (viel bietet Auckland nicht, aber trotzdem nette Gemeinde. Ich vermute, man kann da besser leben denn Touri sein), und dann früh morgens los zum Flughafen (Skybus fuhr um 05:20) und ab nach Australien (Air New Zealand, Skycouch. Empfehlung).

In diesem Sinne – Ka Kite Ano, Aotearoa. Schee wars, wir kommen wieder.

Info zum Beitragsbild – zur Verabschiedung aus der Bay of Islands ein Panormablickchen von unserer Terrasse der feinen Tarltons Lodge auf die Bucht vor Paihia.


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