Rauch oder Nichtrauch, das ist hier die Frage

Dieser Tage (genauer, am 27.02.) hatte ich mein rauchfreies 3x jähriges Jubiläum.  Nimmer mich selbst vergiften und nimmer andere verstinken. Was eine Wohltat für Rachen und Ausdünstung. *PartyOn*

Begonnen mit der Eigenvergiftung hab ich irgendwann mit 16 bis 18. Oder so. Zwecks Rebellion. Von den Älteren abgeschnorrt. Jessas, was waren wir dann cool. Zwar war uns schwindelig und übel. Aber cool waren wir. Yeah. Und so nahm dann die Raucherkarriere seinen Lauf. Sonntags gings dann den Wurzen hoch, nach Slowenien. Da hat das Zeug nur einen Bruchteil gekostet. Das Auto vollgepackt, in der Hoffnung, man kennt den Zöllner und er winkt durch. Hat immer geklappt.

Damals und auch später war ich nie einer der Hardcode-Qualmer, aber so ein Päckchen am Tag konnts schon mal werden. Und bei Sportschauen/Kneipen eher noch mehr. Aber niemals war ich eines der armen Schweine, die sich die eine mit der nächsten anzündeten. Um dann in einem Hustenanfall erstmal Teile der Lunge rauszukotzen, begleitet von einem „Hoppala. Kommt aber net vom rauchen“. Ich war ja eher so der Langeweile-, der Gesellschafts-, der Kneipenraucher. Warten auf die Bahn? Flupp. Draussen stehen und über die Nichtraucher ablästern? Flupp. Bier? Flupp. Und die Zigarette war ein super Erkältungsdetektor – wenn sie nimmer geschmeckt hat, wusste ich, ich bin krank. Ab ins Beet.

Dass das ganze vollkommen sinnlos ist, wusste ich ja schon länger. Gscheites Kerlchen, wie ich nunmal bin. Es macht dich net satt, du wirst davon nicht herrlich betrunken, reicher machts dich auch net. Ok, jetzt, nach dem aufhören, habe ich auch net mehr Geld. Eher im Gegenteil (darüber muss ich nachdenken). Aber ich stinke nimmer nach Aschenbecher, wenn ichs Maul aufmache. Und meine Klamotten müssen auch nimmer in die Desinfektion, wenn ich vom Schaff heimkomme. Nur Vorteile,  wohin man auch riecht.

Und irgendwann hatte ich einfach keine Lust mehr. War Donnerstag, Heimweg, Flupp! Ne, dachte ich mir, ich mag nimmer. Die letzten 3 ausm Schächtelchen, die paffe ich morgen noch, dann ists fertig. Tja, die 3 lagen dann monatelang daheim rum, als Mahnmal. Irgendwann zog ich die Gartenhandschuhe an und habs entsorgt. In den Sondermüll.

War ganz einfach, man muss einfach nur nimmer wollen. Nicht so wie in der Werbung (obwohl ja alles stimmt, was im Fernsehen erzählt wird) mit all ihren Pulverchen und Tablettchen und Klebebildchen und sonstigen Mittelchen. Nutzt alles nix, kost nur Geld. Wenn aufhören willst, hörste auf. Von heute auf morgen. Oder zu Silvester. Sonst klappts nicht. Schon gar nicht, wenn noch mehr Geld ausgibst und dich vom Psychiater in die Zeit rückführen lässt, als dir noch in die Windeln geschissen hast. Und wenn nicht aufhören willst, dann versuchs auch erst gar net. Spar dir die Kohle. Oder gibs mir. Ich fahr damit in Urlaub und langweile mit Dia-Abenden. Danke.

Und, jaaaa, im Laufe der mutierte ich zu einem dieser Arschlöcher, die ich früher verabscheut habe – der Nichtraucher, der früher mal Raucher war. Wenn vor mir einer geht, der qualmt, halte ich Abstand und beschimpfe den Luftverpester lauthals; wenn sich in der Bahn einer neben mich setzt, der grade gequalmt hat, würge ich hörbar und ringe röchelnd nach Luft. Immerhin bin ich noch nicht so tief gesunken und führe eine kleine Sprayflasche mit, gefüllt mit Wasser oder Harnausscheidung, mit der ich den Stinker neben mir besprühe. Kommt aber noch, ich wähne mich auf gutem Weg.

Das nervigste an diesen depperten Nichtrauchern, die mal Raucher waren, ist aber zweifellos dieses ständige erklären, wie deppert man doch sein, zu rauchen. Und wie toll man doch sei, wenn man nicht raucht. Ähnlich wie diese depperten Veganer. Alle in einen Sack. Und als druff. Obwohl, der Veganer ist schon noch ne Kategorie schlimmer. Jeder (halbwegs Rücksicht nehmende) Raucher ist mir beim Arsch lieber als jeder Veganer beim G’sicht.

Drauf einen lecker Schweinebraten. Flupp! (Ne, nix da, aus. Wobei ich nicht garantieren kann, nie wieder zu rauchen. Ich habe halt mal aufgehört. Temporär. Was auch hilft, denn sich selbst Druck machen schadet auch beim Vorhaben.)

Und viel Erfolg dem Herrn B. aus V., zu Ostern werden wir kritisch prüfen. Francobollo?

Info zum Beitragsbild – hat nix mit dem Beitrag zu tun, macht aber nix. Sie sehen die Brücke der Solstice, dahinter Melbourne.


Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden /  Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden /  Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden /  Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden /  Ändern )

Verbinde mit %s

This site uses Akismet to reduce spam. Learn how your comment data is processed.