Land’s End, danach Wüste

Schlag auf Schlag gehts weiter, heute schon der nächste Teil.

Und, Herrschaften, damits nicht in den Kommentaren zu Teil 3 untergeht, noch paar Worte zum neuseeländischen Roadkill – noch nirgendwo habe ich soviele zerquetschte oder zermantschte oder gar zermatschkerte Tiere gesehen wie in Neuseeland. Da liegt alle paar Meter ein trauriges Strassenverkehrsopfer auf der Gass‘. Manche noch ganz frisch, die dampfen sogar noch. Andere schon mächtig zerkleinert, da erkennt man kaum noch, was es mal gewesen sein soll. Vogel. Possum. Kiwi. Touri. Nix mehr zu erkennen. Plattgemacht. Übrigens, netter Beitrag dazu – Das plattgewaltzte Possum

Tag 3 stand an, im ganz hohen Norden. Und heute war angedacht, ganz nach oben zu fahren. Ans Cape Reinga, zum Zusammenfluss von Tasmanischer See und Pazifik. Damit wir den Touristenmassen entgehen, brachen wir früh auf. So um 8. Oder so. Ist ja Urlaub, da kann man auch mal zeitiger aufstehen. Munter fuhren wir dahin, wichen dem einen oder anderen Roadkill aus, dem einen oder anderen gings nochmal, zack, über die Rübe. Die Strasse wurde kurviger, und wie. 30 Minuten, mindestens, gings links-rechts-rundherum. Mir wurde gar schwindelig, die letzten Kilometer musste ich die Augen zumachen, sonst wärs mir richtig übel geworden. Fuhr nur nach Gehör. Hat geklappt.

Je nördlicher wir kamen, desto als spärlicher wurde die Besiedelung. Tolle Landschaft, aber nix los. Und ab Kaitaia, der örtlichen Metropole (Warehouse, McDonalds, i-Site und paar Kneipen), gabs kaum noch was, das man als Siedlung bezeichnen könnte. Einsame Häuser, manche richtig gross, erstaunlicherweise modern und opulent. Sonst nix. Tolle Landschaft, aber so gar nix los. Da fragt man sich, wer da so wohnen möchte. Ich vermute ja, dass ein irrer Axtmörder, der danach seine Opfer in der Wanne zerteilt, hier gut, günstig und herrlich ungestört leben und wirken könnte. Für mich wäre das da ja nix – gab keinen Handyempfang, Internet vermutlich nur per Taube. Ausser, ich würde zum Axtmörder umschulen, dann ja. Ab nach Far North.

Gegen Mittag wurde die Landschaft rauher, es kündigte sich Küstenerlebnis an.

Noch um die letzte Kurve, dann war das Ziel erreicht. Der nördlichste Punkt Neuseelands. Also, fast. Der richtige ist paar Kilometer weiter, aber recht einsam. Hier, an Cape Reinga, ist man nicht einsam. Busse fahren aus Paihia und den ganzen Küstenorten hierher,manche direkt, manche den Strand längs. (Zum Strand, etwas später) Und Touristen, die meisten mit dem Benzingetriebenen, aber auch manch einer strampelt sich einen ab. Respekt.

Auto abgestellt, Technikkram gepackt, und los gings, fussläufig ans Cape. (Ist in Neuseeland bei allen Sehenswürdigkeiten so, man fährt mit dem Automobil in die Nähe der Sehenswürdigkeit und muss dann noch, je nach Lage und Wertigkeit, 5 bis 20 Minuten laufen. Also, gehen. Klar, man kann auch laufen, aber, wer will das schon). Wir spazierten gemütlich gen Ziel, und obwohls eigentlich nur ein kleiner Leuchtturm ist, den man dann sieht, ists schon schwer beeindruckend. Grosses Kino. Wir waren ganz begeistert, die lange Anfahrt hat sich gelohnt. Definitiv. Und dann stehst oben aufm Berg äh Hügel, der das Cape überthront,  geniesst die Aussicht – und rund um dich hörst nur deutsche Jungabiturienten. Man ist leicht irritiert. Aber nimmer verwundert, da das ja das ganze Neuseeland schon so war.

Zufrieden machten wir uns auf den Rückweg, auf dem noch einige Stopps, Halts und Unterbrüche eingeplant waren. Nach ner halben Stunde geht’s rechts raus, es wird richtig cool. Die Te Paki Sand Dunes. Inmitten der vorwiegend grünen Landschaft wähnt man sich plötzlich mitten in der Wüste. Ein kleiner Parkplatz, die unvermeidlichen deutschen Abiturienten, ein langhaariger ozeanischer Surfer-Typ vermietet Bretter, mit denen man die Dünen runnerrutschen kann, und dahinter geht’s steil nach oben, auf die bis zu 100 Meter hohen Sanddünen. Wir, eher faul, haben uns selbstverständlich kein Board ausgeliehen. Weil man dann noch ne gute Stunde nach oben rennen muss, um auf der Düne anzukommen, damit man dann in 45 Sekunden wieder unten ist. Ne, bloss von unten gestaunt und gewundert. Und wie die Kinder sind wir durch den Sand gehüppt. Schon toll.

Nachdem wir die geschätzten 2 Kilo Sand aus den Schuhen geschüttelt haben, gings weiter, gen Süden. Irgendwo musste die Abzweigung zum 90 Mile Beach (der aber bloss so um die 50 Miles lang ist. Betrug am Kunden!) sein.

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Das nächste coole Ding – ein Strand, auf dem man Auto fahren kann. Kilometerweit. Abzweigung gefunden, raus, Schotterstrasse, egal, als weiter. Dann erreichten wir den Strand, hatten aber Sorge, dass wir womöglich steckenbleiben könnten. Und das wäre teuer geworden, da wir lt. Mietwagenvereinbarung keinen Versicherungsschutz am Strand hätten. Gut, dann Auto abgestellt, raus spaziert. Aber als wir sahen, hey, da fahren auch andere rum, und sogar welche, die keinen tollen SUV haben, nix wie retour, Auto geholt, und raus auf den Strand. Huiiiiiiii. Und uiuiuiuiuiuiui. Hin. Her. Kurve. Bremse. Zack. Was ein Spass. Bisserl rumgedriftet, aber als europäischer Schisser nicht allzu lange. Runter vom Strand, Schotterpiste, Hauptstrasse. Weiter Richtung Süden.

In Kaitaia gabs lecker Mittagsmahl. Beim Goldenen Bogen. Die hatten da nen Burger mit Angus-Rind. Lecker. Warum gibt’s sowas hier nicht? Dann gegenüber ins Warehouse. Das sind so Läden, da bekommst alles. Und jeder kennt die. Und jeder geht dort einkaufen. Also mussten wir da auch rein. Sogar mit Sinn, da die Halterung des Handys die Kurvenfahrerei nicht überlebt hat. Was tolles gefunden. Mit Magnet. Und auch lecker Schoki. Erwähnte ich schon, dass diese Dairy Milk Schokoladeriegel deliziös sind? Lägger. (Habe mich auch schon erkundigt, aber leider ist der Versand aus Neuseeland extrem teuer. Da wäre fast schon günstiger, selber hinfahren und  abholen. Muss bloss noch die Fraa überreden.)

Mittlerweile war schon später Nachmittag, wir machten uns begeistert auf den Heimweg. Und da wir nix weiter vorhatten, nahmen wir die Küstenstrasse, weit weg von diesen Kurven der Rückfahrt. Gemütlich tuckerten wir gen Paihia, Nachtmahl, und dann den langen Tag auf der Terrasse ausklingen lassen. Lebbe is schee!

Hiermit schliesst Teil 5. Obwohl, ne, halt ne 360-er hab ich noch. Vom Cape.

Das wars, fast, ausm Norden. Demnächst geht’s noch aufs Boot, auf einige der 144 Inseln der Bay of Islands, dann schon zurück nach Auckland und ab nach Australien. Wombat, Kuseng und so.

Info zum Beitragsbild – nachdem es gestern grimmig war, muss da heute was freundliches her. Cape Reinga, wir beide, von dem erwähnten Hügel mit den deutschen  Abiturienten (nicht im Bild).


2 Gedanken zu “Land’s End, danach Wüste

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