Zunge-raus auf Waitangi

Eine der Regeln, wenn man die Umwelt mit einem blog erfreut, lautet alswie „net zulang zwische die Beiträg warte“. Tja, da habe ich wohl schwer gegen verstossen. Eigentlich wollte ich Teil 4 am Wochenende memorieren und schreiben, aber da hat mich mein lieber Brötchenfinanzierer nach Hamburg-meine-Perle eingeladen. Und da muss man hin, wenn der Chef ruft. Der übrigens Franzose ist. Was soll ich machen. Und dann gabs noch das Eintracht-Desaster gegen die Audis. Und noch nen Brunch am Sonntag. Grüsse. Freizeitstress, nennt man das wohl. Musste der blog drunner leiden. Aber, da mich keiner dafür bezahlt, hier in festem Abstand was zu veröffentlichen, gibts halt heute wieder was, in loser Folge.

Tag 17. Ungefähr. Welchen Wochentag wir da so hatten, das war oft nur Gerate. Auch weils dort nicht wie hier Ladenschlusszeiten gibt. Denn daran kann man sich orientieren. „Ach, ich kann nix einkaufen, muss also Sonntag sein“.

Abreise aus Waipoua. Morgens noch schnell nen Abstecher zu Tane Mahuta, um Bilder mit der 360-er Kamera zu machen. In aller Stille. Also, still wars, aber auch nur, weil ich den kurzen Weg im Laufschritt gerannt bin. Bevor die Busladungen an Touris ankamen. Bilder gemacht, kurz andächtig verweilt, 10 Leute waren schon da, alles Deutsche, dann gings weiter.

Paihia war das Tagesziel, da wollten wir dann sogar für 3 ganze Nächte Quartier nehmen und als Basis für die ganz-nördliche Erkundung nehmen. Aber erstmal gings hoch, die Küste entlang, der Coastal Walkway war das Zwischenziel. Empfohlen vom Herbergswirt Ian. Und es hat sich durchaus gelohnt. Wegen des Ausblicks auf  die Kauri Coast. Und wegen der bissigen deutschen Dame, die ihren rauchenden Mann mit einem herzhaften „Das sind nur 500 Meter, DAS WIRST JA WOHL MAL GEHEN KÖNNEN!“ zu körperlicher Höchstleistung angespornt hat. Die hatten in ihrem Wohnmobil bestimmt noch ne harmonische Weiterreise.

Im nächsten Örtchen fielen wir dann auf die Verkaufskünste von Billy Boy und der netten Dame rein und erstanden 2 Döschen irgendeiner Maori-Creme, die gegen alles helfen soll. Und, seit der Rückkehr habe ich mir weder was gebrochen noch irgendeinen bösen Herpes bekommen. Somit, Beweis erbracht, das Zeug wirkt. ‚Cause Billy Boy said so. Egal, war für einen guten Zweck. Bestimmt. Immerhin  haben wir nicht diesen überteuerten Honig mitgebracht. Manuka. Der hilft gegen das, wo die Kraft der Maori-Salbe aufhört. Wundermittel. Allesamt.

Mit rasenden 100 km/h erreichten wir schliesslich, nach gemütlicher Fahrt, Paihia. Zentrum der Bay of Islands. Kein schmuckes Städtchen, aber perfekt gelegen und mit feinen Lodges. Eine davon haben wir uns ausgesucht. Also, eher die Fraa. Wegen Blick und Dschakusi. Und, wie immer bei unseren Unterkünften, auch hier gibts ne Empfehlung – Tarltons Lodge. Nette Wirtsleut, sensationelle Aussicht, feines Frühstück. Und die Strasse da nach oben ist dermassen steil, da überlegt sogar der gebirgsgeübte Kärntner, ob er sicherheitshalber mal in den zweiten Gang runnerschalten solle.

Und schon stand einer der weiteren Höhepunkte (und neuseeländische Pflichtbesuch) am Programm – Waitangi Treaty Grounds. Hier muss man hin, dorthin, wo am 06.02.1840 der Vertrag von Waitangi unterzeichnet wurde, der das Zusammenleben von Maori und Langnasen geregelt hat. Im Grunde liefs vorher ja nach dem üblichen Muster – unentdecktes Land, der Eingeborene verirrt sich dorthin, nach Jahrhunderten kommt der Weisse, nimmt alles in Beschlag, metzelt den Eingeborenen dahin, Ende. Hier hat man nach „metzelt den Eingeborenen dahin“ aber irgendwie die Kurve bekommen und sich auf friedliches (also, im Rahmen der Möglichkeiten) Miteinander-Auskommen geeinigt. Und heute erfährt das ganze Maori-Gedöns eine kräftige Renaissance und sowas wie stolz ist beim Weissen zu erkennen, auf Maori-Kultur und überhaupt.

Eine tolle Anlage, irgendwie spürt man die Erhabenheit des Ortes. Zuerst nahmen wir an so ner Maori „cultural performance“ teil, mit bisserl Haka, Tanz, Musik und Gebrüll. Und danach (ja, sinnvoll wäre vorher gewesen, war aber auch in der Reihenfolge durchaus fein) gabs ne Führung durchs Gelände, mit vielen Erklärungen und Informationen und kleinen Anekdoten zu Geschichte, Personen und Leben der Maori im Allgemeinen und Waitangi im speziellen. Ganz toll fand ich, wie oft und wie schnell die Maori-Führerin „Ngātokimatawhaorua“ (das ist das Kriegskanu der Maori, das ein Minimum von 76 Leuten benötigt, um bewegt zu werden) aussprechen konnte.

Sollte wer näher interessiert sein, bitte gerne nachlesen. Unter dem Link oben findet sich allerlei. Aber weitere Ausführungen meinerseits würden den blog-Rahmen sprengen.

Und hiermit schliesst die Rückschau, Teil 4. Denn dass wir uns dann, aus Müdigkeit und Motivationsmangel, bloss was aus einem lokalen Schnellimbiss mitgenommen haben und auf der Terrasse, bei sonnenuntergehendem Blick auf die Bucht, verzehrt haben , verdient keine Erwähnung. Demnächst – Cape Reinga. Sensationell. Und mitm dem Boot durch die Bay of Islands. Inklusive Delphinsichtung.

Bleiben Sie mir gewogen, liebe(r) LeserIn.

Info zum Beitragsbild – tja.

 


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