Nebel. Tiere. Attraktionen.

Tag 13 – Skagway

Manchmal hat man Pech bei seinem Landgang. So ein bisschen halt. Wenn man eine Tour bucht, ins Hochland, dann vor lauter Bäumen nur Wald sieht, bevor alles im Nebel verschwindet, ist das bisserl blöd. So geschah es uns bei unserem Ausflug mit der White Pass & Yukon Railway.

Früh morgens gings los, mitm Zuch hoch ins Gebirge, rein nach Oh Kanada, auf den Spuren der einstigen Goldgräberroute. Die Aussicht war bescheiden, die Stimmung skeptisch.

Aber, es gibt immer ein Gutes im Fast-Schlechten – sobald wir den Pass überwunden hatten, wurds sichtlich besser mit der Sicht, wir konnten sehen und uns erfreuen, an Wasser, Bergen, Tieren (jo mei, hier steht dann halt mal ein Bär uff der Gass) und den interessanten Ausführungen des Guides über die Zeit, als sich hier in der Gegend Dagobert und MacMoneysac getroffen haben, um zu schürfen und ihre ersten Milliarden zu verdienen. Kurzbesuch noch am Emerald Lake (ja, der leuchtet tatsächlich emeraldig), dann noch in so ner Touriabzocke mit Massenkantinenabfertigung, dann wieder retour nach Skagway. In Summe, ein lohnenswerter Tag, sollte man mal machen, falls es einen hierher verschlägt. Bloss von der Fahrt zum White Pass bitte nicht allzu zuviel erwarten, da ists den Taunus hoch fast spektakulärer.

Ach, Skagway. Genau. Ist halt eines dieser austauschbaren Käffer an der Südwestküste von Alaska, die rein vom Touri leben. Hier gibts nix , ausser einem Saloon, einer Bank, einer Vielzahl von Souvenierläden und SchmuckSchmuckSchmuck. Aber irgendwie muggelig, mit alten Häuschen, Regen und Wind.

Tag 14 – Juneau

Nächste Stopp, Juneau. Hauptstadt von Alaska, kann nur auf 3 Wegen erreicht werden – Boot, Flugzeug, Geburt. Ja, tatsächlich, da kommt man mitm Auto nicht hin. Das wünscht man sich für Karben.

Und was macht man als interessierter Tagestourist in Juneau? Richtig, man watched whales. Und den Mendenhall Glacier. Oder zumindest das, was noch davon übrig ist.

Zuerst also raus aufs Wasser, hierzu empfehle ich die wunderbaren Leut‘ von Junau Whale Watch. Hat alles wunderbar geklappt, dank glücklicher Fügung waren wir so Wenige am Boot, dass fast jeder einen Fensterplatz hatte. Fast 3 Stunden kreisten und schauten und watchten wir, umfassend informiert von einer jungen Naturalistin (ja, Sie ahnen es, auch diese Dame war nicht unbekleidet. Langsam vermute ich, in Amerika bedeutet „Naturalist“ was anderes). Wie sahen allerlei Getier, und selbstverständlich auch einen ganzen Haufen von Walfischen. Weiter weg, ganz nah, Muddi und der Kleine, alles ganz toll. Blöderweise tauchen die immer da auf, wo man sie kaum vermutet, daher ists ein ständiges Suchen und Ausschauen, was aber Spass macht und ein epochales Erfolgserlebnis bringt, wenn man so ein Viech entdeckt. Ganz toll wars.

Danach wurden wir zum Mendenhall Gletscher verbracht. Da rennt man bischen rum, informiert sich und erstaunt, dass er vor 10 Jahre noch soweit rausging, bis dahin, wo das Bild entstanden ist. Macht nachdenklich.

Zwecks Filmchen und mehr Aufnahmen von Tierchen darf ich an dieser Stelle an den demnächst folgenden Resümä-Beitrag verweisen.

Tag 15 – Ketchikan

Noch bei keiner unserer Hafenanlegungen waren wir so nahe am Kaff wie hier – da gehst runter von Bord, über die Hauptstrass‘, schon biste im Zentrum. Da findest für deinen Pick-Up (und viel kleinere Autos fährt hier auch keiner) keinen näheren Parkplatz.

Wenn man in Ketchikan (Regenhauptstadt der USA, wie man auf den Bildern sehen kann) keine Tour raus in die Wildnis macht (hatten wir überlegt, man muss aber auch mal einen Tag nichts machen), gibts hier wenig zu sehen. Die üblichen Shops, paar nette alte Häuschen abseits des Zentrums, wo früher, als nach Gold gegraben wurde, die käuflichen Damen auf den arglosen Schürfer lauerten, und die Great Alaskan Lumberjack Show. Sportholzfällen. Dazu musst aber Ami sein, zudem unter der Baseballmütz‘ grosses Karo tragen und das Hemd in die Hos‘ stopfen, dann hast dabei Spaß. Yeehaw.

In Summe, netter Tag, gute Entspannung, das nächste Mal gehts aber auch raus ins Umland. Mitm Wasserflugzeug in die Misty Fjords (da sind übrigens vor paar Wochen 2 von solchen zusammengekracht, die Betroffenen waren auch mitm Kreuzfahrtschiff da, gab paar kalte Abreisen) oder sonstwas Abenteuerliches. Yeehaw.

Tag 16 – Inside Passage

Um von den Käffern im Südwesten in die Städte des Nordwestens zu kommen, muss man südlich durch die Inside-Passage. Somit hat man einen letzten entspannten Seetag, man geht zum Bingo, man haut sich ein letztes Mal Kuchen rein, man rennt draussen rum und macht einen auf Naturalist. Und es hat sich ausgezahlt, Orcas kamen uns entgegen, Delfine begleiteten uns, die tolle Landschaft war zum greifen nahe. Ein passender Abschluss.

Tag 17 – Vancouver

Disembarkation. Kleines Resumee der Kreuzfahrt? Route und Ziele, ganz toll. Das Schiff war dafür auch passend, man sollte in die Gletschergebiete mit einem Kleineren rein, damit man weiter in die Gletschergebiete rein kann. Ich rate bei so einer Alaska-KF nicht dazu, auf eines der riesigen modernen Schiffe zu steigen, die mittlerweile auch schon eingesetzt werden. Ansonsten war „Princess“ ein solides Produkt, mit grossartiger naturalistischer Begleitung, aber Schwächen in der Kuchen- und Dessertpräsentation. Gerne wieder, wenn Schiff und vor allem Route passen, aber bevorzugt werden wir doch andere Gesellschaften wählen.

Per Bahn gings zu unserer Unterkunft (Geheimtipp: klick), wir konnten schon um 11 ins Zimmer, dann raus, um mittels Hoponhopoff die Stadt zu erkunden. Sowas machen wir gerne, bei Erstbesuch, da man einen tollen Überblick bekommt. Und wenn man dann noch Glück und einen Fahrer hat, der launig über alles mögliche informiert, dann ists doppelt subba. Wir fuhren rum, quer durch den Stanley Park (Gedächtnisvermerk: beim nächsten Mal hier raus und mittels Rad umher), stiegen auf Granville Island aus (Fisch bei einem „eat where the locals eat„-Laden, dann sensationelle Donuts in der Markthalle entdeckt), dann wieder weiter mitm nächsten Bus nach Gaslight (hier selbstverständlich die üblichen Bilder bei Gassy Jack und dieser dampfenden Uhr gemacht), dann durch Downtown zur Robson Street zum Shoppen und nachfolgendes Abendmahl. Leider habe ich zu spät entdeckt, dass an diesem Abend ein Canadian-Football Spiel stattgefunden hat (der örtliche Verein gegen einen aus dem kanadischen Hinterwald), sonst wären wir dahin und hätten uns unflätig benommen.

Vancouver. Tolle Stadt. Hat was. Grossartige Lage, viel grün, Wasser aussenrum, Berge in Blickweite, nette Leut‘. Da müssen wir auf jeden Fall nochmal hin. Planung läuft.

Tag 18 – Rückkehr

Alles hat ein Ende. Da wir erst am späten Nachmittag zurück flogen, gings vorher noch bisserl nach Chinatown, bisserl vorbei am Eishockeystadion, bevor wir mittels Skytrain zum Flughafen fuhren. Och, der ist unerwartet überschaubar, modern, bloss ist der Duty-Free völlig überteuert.

In Business-Class zu fliegen hat genau 2 Vorteile – du kannst dich ordentlich ausstrecken , um bei so einem langen Flug was zu schlafen. Und es ist relativ ruhig in der Kabine, da am Gratisalkohol ordentlich zugelangt wird und sich somit die vorne sitzende nervige Blondine schnell in den Champagnerschlaf getrunken hat.

Ansonsten zum Flug? Keine besonderen Vorkommnisse. Wobei es schon fein ist, mit dem deutschen Kranich zu fliegen, immerhin hörst nach fast 3 Wochen wieder mal deutschsprachiges Idiom, anstatt dauernd diese Leute, bei denen viele reden, als ob sie eine heisse Kartoffel im Mund jonglieren. Eingewickelt in einen Kaugummi.

Zum Abschluss noch mal Flugzeugessen. Lecker wars. Im Rahmen der Möglichkeiten. Selbstverständlich.

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Hiermit schliesse ich die Fast-Live, Beinahe-täglich, Aber-immerhin Berichterstattung dieses kleinen Ausfluges. Jetzt gehts ans Sichten der Bilder auf den mitgeschleppten Kameras (hier waren nur Knipsen vom Handy), um dann noch mal mit einem Rückblick, Tipps und Tricks zurückzukehren.

Info zum Beitragbild – Eisbärattacke.


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