South from Alaska

Tag 10 – Whittier

Leider hatte ich bei meinem Pirschgang keinen Erfolg, weder Manfred noch Mildred, seine Schwester, konnten gesichtet werden. Daher verlassen wir diesen Teil von Alaska ohne freilebendes Treffen mit einem wandernden Moose. You naughty moose.

Übrigens, Tag 10 ist ein wichtiger Tag. Es heißt ja, daß man soviele Tage jetlaggt, soviele Stunden man Unterschied hat. Und, wenn mir der Rudl nicht nur Blödsinn beigebracht hat, kombiniere ich messerscharf – 10 minus 10 ist gleich 0. Tataaaaaa. Somit sind wir offiziell angekommen.

Um zum Schiff zu kommen, gings von der feinen Pension (Empfehlung) zum Flughafen (ach, so schön klein übersichtlich, nicht so dermaßen riesig wie LAX), ich musste mich von Herman the German trennen (es gab gemeinsam mit dem Alamo-Auschecker paar Männertränen), dann ab in den vorab gebuchten Shuttle mit Alaska Cruise Transportation. Nach 2 Stopps für den Touristen (raus, Wasser und Berge knipsen, wieder rein), erreichten wir das Zwischenziel, das Alaska Wildlife Conservation Center. Eine unterstützenswerte Einrichtung – da werden verletzte, verwirrte oder sonst wie indisponierte Tierchen abgegeben und wieder aufgepäppelt. Bären, Moose, Kariboo, alles rennt rum und kann beschaut werden. Falls man was sieht, bei all dem Staub. Und wir konnten einiges sehen, kurz vor der Weiterfahrt hat sich sogar ein Moose aus seinem Zimmer gewagt.

Weiter gings, Richtung Whittier. Da musst kurz vorm Ziel durch einen Tunnel, einspurig, grob aus dem Felsen gehauen, alle halbe Stunde darfst in die eine Richtung, alle halbe Stunde in die andere. Daheim bin ich in den frühen 60-ern das letzte Mal durch sowas vorsintflutliches gefahren. 4 Kilometer und durch waren wir. In Whittier.

Jessas. Whittier. 1 Wohnhaus (da lebt alles, was hier lebt) , 1 Landebahn (eine 200 Meter lange Schotterpiste), 1 Hafen, dafür 500 Böötchen für Touren in den Prince William Sound. So schnell man da ist, so schnell hat man das wieder vergessen. Da ist ja Karben imposanter.

Am Schiff waren wir schnell, so ne drängelnde chinesische Omma hat mir zweimal ihren Rollkoffer in die Hacken gerammt, hurtig haben wir den Sarg bezogen (reisen diesmal in einer Innenkabine), danach, genau, Kuchen. Erster Eindruck – nettes Schiff, gemütlich, nix mit viel Trara, gediegene Mitreisende, gutes Wohlfühlen. Man merkt, es geht durch Alaska und nicht 4 Tage Florida-Bahamas oder ne Woche mit dem deutschen Buffetbomber durchs westliche Mittelmeer.

Es kann losgehen – Hubbard, Glacier Bay, paar Käffer, Inside-Passage. Und überall am Schiff die entsprechende Musik. Yeeeehaw. Bald trage ich grosses Karo.

Übrigens, ich hoffe, dass keine chinesische Omma in die Bay fällt.

Tag 11 – Hubbard-Gletscher

Nach ausgiebiger Nachtruhe (in so nem Sarg schläft es sich ausgezeichnet) vertrieben wir uns den Tag mit Essen, Kuchen und Imbiss. Vor lauter Nachtruhe und Kuchen verpasste ich gleich an Tag 1 zwei wichtige Programmpunkte – das come-together der Campingfreunde (irgendwann fahren wir mal mit so einem riesenhaften Bus, hinten der SUV als Kleiner für die Stadt angehängt, durch die US and A) und das erste Bingo der Reise. Ich war untröstlich und musste den Schmerz mit Torte lindern.

Am frühen Nachmittag erreichten wir den Hubbard-Glacier, fast die gesamten Reisenden versammelten sich bei bestem Wetter auf den Aussendecks (hier sieht man den Vorteil eines älteren Schiffes, da gibt’s noch ausreichend Aussendecks), um zu staunen, knipsen (sich, den Gletscher und sich mitsamt dem Gletscher), plaudern, Ausschau zu halten nach Tieren und chinesischen Ommas und sich überhaupt des Daseins zu erfreuen. Begleitet wurde das von den erläuternden Worten einer Naturalistin, die zu meiner Überraschung bekleidet war.

Am Abend war dann die erste Formal Night, da zwängt sich fast alles in den feinen Zwirn, der Kapitän hält Hof, die Damen präsentieren üppige Auslagen, die Herren zeigen ihre Orden vom texanischen Flintenverein oder vom Hillbilly-Club West-Arkänsaw. Immer wieder sehr pompös, das Ganze. Aufgedonnert kanner, der Ami.

Aber auch Schogginghose kanner. Was ich eh nicht verstehe, der Großteil rennt in Abendgarderobe rum, aber ein paar gibt’s immer, die sich nix scheißen und in der Sporthos‘ auftauchen. Ich will nicht wissen, was die sonst anhaben, wenn das deren feiner Abendanzug ist.

Ach, und ich präsentiere hiermit noch die Anzahl der österreichischen Gäste an Bord – 1. In Worten: eins. Yeeeehaw.

Tag 12 – Glacier-Bay

Ich war empört, da stehste extra um 9 auf, um mit den anderen Naturalisten die Einfahrt in die glacier bay zu sehen, dann siehste nix. Wolken. Nebel. Schlechte Sicht. Was soll ich in Klagenfurt? Aber hinten in der Bay wurds heller. Wir fuhren demnach nach Villach. Ich war wieder versöhnt.

Insgesamt 7 Stunden kreuzten und drehten und ankerten wir in der Bay. Wir sahen Inseln, Berge, Inseln mit Bergen, den kalbenden Gletscher Marianne, ein weiteres Gletscherchen namens John Hopkins, dann noch einen mit L und erneut keine chinesische Omma, alles begleitet von Infos aller Art der extra aufs Schiff gekletterten Park Rangers mit ihren lustigen Hüten. Das Bordleben ruhte, alles war draußen und spielte Naturalist. Toll und beeindruckend. Also, die Landschaft, nicht die Kreuzfahrer.

Am späten Nachmittag verließen wir Glacier Bay und setzten Kurs auf Skagway. Endlich wieder mal Zivilisation, im Rahmen der lokalen Möglichkeiten.

Was dann noch geschah und gesichtet wurde, lesen Sie bitte im kommenden Beitrag.

Info zum Beitragsbild – die Gattin knipst den Hubbard.


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