Über Warschau fahr’n wir nach LA

Los gehts, mit der lieben Fraa, raus in die Welt, bisserl was anschauen, bevor Kanzler Habeck die Flugreise verbietet. Also, nicht für sich und seinesgleichen, sondern bloß fürs Volk. Quod licet iovi. Und so.

Wir werden versuchen, dem Tipp des werten Kollegen zu folgen, der geraten hat, wir sollen uns nicht vom Bär fressen lassen. Obwohl, das hätte doch was, das passiert net jedem. Was ne Schlagzeile fürs Kleinformat – „österreichischer Tourist vom schwarzen Bär gefressen, während er ‚Ich bin Europapokalhalbfinalist und du nicht‘ skandierte“.

Hmmm.

Lieber treuer Leser, wie angedroht werde ich versuchen, regelmäßig zu berichten, hier, in diesem Beitrag, immer wieder unten dran (Schauen Sie daher täglich rein, sonst verpassense was!!), wo wir sind, was wir tuen, wieviele Mittelfinger ich zeigen musste, wie oft die Fraa sich geschämt hat. Und welchen Kuchen es gab. Zudem paar Bildchen, aber nicht vom Flugzeugessen. Vielleicht sogar vom Bären.

Vorbehaltlich technische Lösbarkeit, Verfügbarkeit eines WLAN-Kabels, lohnendes Berichtenswertes, koan Hunger, nüchtern und nicht im Casino versumpft. Oder, der Bär, wie oben, Sie wissen schon.

Schau mer mal.

Tag 1 – Frankfurt, Warschau

Irgendwie sind wir schon deppert. Da haben wir frei, es ist zudem Feiertag, und was machen wir? Weckerten um 04:00, damit wir um 05:00 zum Flughafen gekarrt werden konnten, um um 07:00 in den Zubringer nach dem Warschauer Pakt zu steigen. Gut, hat alles soweit geklappt (abgesehen davon, dass die Gattin sich einen rumliegenden Stift quer durch den Finger gebohrt hat und ich lautstark „Bilden Sie bitte eine Rettungsgasse“ rufen musste) , jetzt hocken wir hier in Polen, ohne Auto, logisch (Brüller!), und warten drauf, dass wir für elfeinhalb Stunden in eine hoffentlich solide verschweißte Metallröhre gesperrt werden. Immerhin, wir fliegen mit LOT 021, und zum Glück müsse mer net hinte sitze, sondern mit mehr Platz mittendrin. Das bedeutet? Genau! Wodki!

Tag 1 – Transatlantik

Ein sehr angenehmer Flug – wenn man bei elfeinhalb Stunden regungslos eingesperrt sein von angenehm reden kann. Über Eisland und Grünland gings quer über Kanada und vorbei an den fly-over Staaten nach Äl Äi. Ich habe gemütlich gepennt, diesen Eintrag geschrieben, Pretzels gegessen und die Gattin beim schnarchen geknipst. Die Gattin hat, genau, zudem Filmchen geschaut und konnte, trotz der am Flughafen erlittenen schweren Verletzung, das Weinchenglas heben. Die beiden Toddler in der ersten Reihe hinter uns hatten irgendwann auch keine Lust mehr, Laut zu geben. Und der, den ich gleich zu Beginn als Selbstmordattentäter identifiziert hatte, war wohl keiner. Oder noch nicht im Dienst. Gut so, wir wollen die Bären doch nicht enttäuschen.

Oben schrub ich zwar, es wird keine Bilder von Flugzeugessen geben. Ich habe gelogen. Im Gegensatz zur Holzklasse bekommt man in Premium Economy nämlich vorab schriftlich mitgeteilt, was sich dann am Teller offenbart. Daher, mal zum Vergleich, zuerst das Versprechen, dann das Ergebnis.

Aber, abgesehen von dieser optischen Diskrepanz, ist y+ bei LOT durchaus zu empfehlen. Bequeme Sitze mit massiger Schräglage, muggeliges Deckchen, das Essen akzeptabel. Zudem mit guter Pünktlichkeit, sowohl der kleine Zubringer heute morgen als auch der Transatlantik. Das ganze hat halt noch bisserl den Charme des alten Ostblock. Farblich solide, ohne Schnickschnack, die Uniformen des Personals in unaufgeregtem Dunkelblau. Aber wenn man, wie wir heute, zudem noch Glück hat und die kleine Kabine nur zu 2 Drittel besetzt ist und man vorne hinten links rechts keinen hocken hat, kann man sich wunderbar ausbreiten, und vor allem muss man nicht ständig Angst haben, dass einem der Vorsitzer mit seiner Rückenlehne die Kniescheiben zertrümmert.

Da konnten nicht mal weiße Socken in Badelatschen den soliden Gesamteindruck trüben.

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Tag 1 – Los Angeles

Guter Plan – nach der Landung schnell durch die Immigration, Koffer schnappen, Alamo skip-the-counter, Freeway vorm abendlichen Stau, einchecken, noch gemütlich was essen und bis 21 Uhr wach bleiben, um den Jetlag halbwegs verträglich zu halten. Plan. Nicht mehr.

Tatsächlich – 2 Stunden und 10 Minuten haben wir uns durch ein Labyrinth von Warteschlangen gestaut, bis wir beim Immigration Officer waren. Der hat 2 Stempel in die Pässe gehauen und nach 30 Sekunden waren wir in Entenhausen äh beim Donald eingereist. Versteh ich nicht, alle sagen, solange der Präsident ist, fahr ich da nicht hin. Wo kommen dann die ganzen Leut‘ her? Egal, wir waren drinnen. Und ich war erstaunlich entspannt, wo ich doch schon Wallungen bekomme, wenn ich beim rewe 2 Minuten an der Kasse warten muss.

Weiter, als weiter. Koffer standen bereit, Shuttle zu Alamo. Hier gab’s schon mal einen ersten Eindruck der Stadt – riesig. Auto ausgesucht, irgendwas blaues aus Japan, Navi an. Doppelte Fahrzeit, alles rot. Erster Anfall. Der schöne Plan, alles im Gesäß.

Also haben wir uns über diverse Freeways Richtung Osten gestaut, 6-spurig, alles zu. Genau das, was ich unbedingt vermeiden wollte. Zweiter Anfall. Aber, nützt ja nix. Kurz vor 20 Uhr Ortszeit dann endlich eintreffen an der ersten Unterkunft, eines dieser beliebigen Kettenhotels. Passt für eine erste Nacht, wichtig dass gut gelegen und wir morgen nicht nochmal durch diesen riesenhaften Parkplatz stauen müssen, am weiteren Weg in den Osten.

Im 21 Uhr ins Bett, vorher schnell noch in FB bisserl geschimpft. Nach Gesamtreisedauer von 25 Stunden sei mir das erlaubt.

Bilder gibt’s keine. Wovon auch? Vom Smog? Vom Stau? Später dann, von Tag 2.

Aktuell ists hier 4 Uhr morgens, bin wach, tippe rum, warte auf die Gattin, damit wir los können. Will die denn ewig pennen, womöglich bis 5? Dritter Anfall.

Tag 2 – Los Angeles

Hui, die Gattin ist auch erwacht. Dann mal ab ans Frühstück, dann geht’s richtig los. Heutiger Plan – Staples, dann dieser National Park, nach dem diese irische Kapelle von diesem Steuerbetrüger eine ihrer Langspielplatten benannt haben, hernach Einritt im Spielerparadies. Ich hoffe, heute funktioniert der Plan. Und da dies hier schon recht lang ist, geht’s dann in einem neuen Beitrag weiter. Bleiben Sie dran.

Info zum Beitragsbild – wichtigste Utensilien.


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