Mache ich später

Am Freitag wars wieder mal soweit, das Schwarze musste an.  Wir, also die die sich aus Eintracht-Forum und Gleisdreieck und Sportplatz kennen,  mussten einen der Unseren zu Grabe tragen. Einen, der noch 30 Jahre vor sich gehabt hätte. Was ein Dreck. Sowas ist immer bitter, da biste voller Pläne, willst dies und jenes noch machen, und – zack. Aus. Kannst dir die Scheisse nur noch von oben anschauen.

Aber, immerhin, wie man daheim so sagt, es war a schene Leich. Grosser Andrang, wir waren in guter Stärke vertreten (ich will hier keinen erwähnen, sonst ist der grummelig, der nicht erwähnt wurde. Aber wer da war, weiss es noch. Vermutlich.), alles in allem ein würdiger und ansprechender Rahmen. Es gab nette Worte (und sogar paar unnette), es wurde erinnert (Jessas, was manche Leute so alles machen – Job, Familie, Hobbys, Ehrenämter. Ich bin schon glücklich, wenn ichs nach dem Schaff‘ in die Schogginghos‘ schaff. Unfallfrei.), allenorten schniefte es, die Taschentücher raschelten, letzte Verbeugung (machs gut, DA), Beileid an die Familie, raus. Das schlimmste, das Hinablassen in die Erde, blieb uns zum Glücke erspart.

Danach gabs Alkohol. Reichlich. Vermutlich. Mich plagt da leider oder gottseidank so manche Erinnerungslücke. Hilft ja nix. Wir haben uns seiner erinnert, auf sein Wohl getrunken, sogar gesungen. Danke an alle, die dabei waren.

Ein anständiger Kerl war er, der Verscharrte, zu seinem Wort stehend,  geradeaus, immer da wenn was war. Fand ich. Ein grosskotziges Arschloch, überheblich und arrogant, fanden andere.

Nun denn, das ist halt so, aber wenn man zu einem Idioten sagt, dass er ein Idiot sei, dann mag der einen nimmer. Also, der Idiot. Logisch. Muss er aber damit klar kommen. Also, der Idiot. Da kann doch keiner was dafür, wenn einer unentwegt Pech beim Denken hat.

Blöd, für alle oder den einzelnen, wirds nur dann, wenn der Idiot Macht hat. Wenn er dich sperren kann. Oder einen grossen Knopf am Tisch hat. Aber auch das geht vorbei, alles ist endlich.

Am Freitag, so nach 4 oder 5 Binding im Stiegl-Outfit (Danke, Bambus, werde mich revanchieren für die zahlreiche Verpflegung), ist mir aufgefallen, dass alle, die so in meiner Altersrange waren und in den letzten Jahren in die Grube gefahren sind, nette Kerle gewesen sind. Kein Unguter war dabei. Ok, einer, jüngst, aber da kommt mittels „De mortuis nil nisi bene“ der Altphilologe in mir durch. Daher, passt auf euch auf, solltet ihr gut und fein und anständig sein, haltet euch von mir fern.

Aber, Herrschaften, worauf ich mit meinem heutigen Gewürge raus will, nebst paar Worten zur Ehrung des Kollegen – schiebt nix auf. Der jüngst Verblichene war Anfang 50. Kein Alter. Und der hatte sicher noch vieles vor, das er jetzt nimmer machen kann. Daher, mottet euer „mach ich dann später“ oder „in der Rente hab ich dann Zeit für“ ein, lasst es bleiben, lebt jetzt, man weiss nie, welcher Depp einem auf der Landstrasse so begegnet.

Gehabet euch wohl, ich muss jetzt Urlaub planen. Ich mach nix später.

Info zum Beitragsbild – Symbolbild.


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