Durchs wilde Mittelmeer

Nach dem Beitrag über An- und Abreise gehts heute um die Ziele, die wir angelaufen bzw. angefahren haben. Da waren schon ein paar Hochlichter des touristischen Pflichtbesuches dabei.

Messina (ITA) – erster Halt war so ein kleines Kaff, gleich neben Corleone.

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Erstaunt hat mich, dass Sizilien so nahe am Festland liegt, ich wähnte das weiter weg. Aber da kannst ja von der einen Seit‘ zur annen locker ne Pistazie spucken. Herr S. hatte die Aufgabe, die Sehenswürdigkeiten rauszusuchen und den Fußweg zu planen. Tja, viele gibts da leider nicht. Das Hauptding ist wohl der Glockenturm der Kathedrale zu Messina, an dem sich zur Mittagsstund (der Platz davor ist voll mit Touristen, ein Paradies für den talentierten Taschlzieher) auf mehreren Ebenen allerlei Getier und Gemensch in Bewegung setzen und hin- und herwandern (hier kann man sich ein Video des kleinen Spektakels anschauen). Dann gibts noch paar Kirchen und Brunnen und oben am Berg noch ne grössere Kirch‘  sowie ne prächtige Einkaufsstraße. Das wars dann schon. Kein Wunder, dass der Sizilianer sein Glück und Heil woanders suchte, weil hier gibts nur Sonne, Touris – und Pistazien.

Dazu noch der Gelateriatipp, für den, den es auch mal hierhin verschlägt – la Pasticceria Ragusa (unbedingt das Eis aus Pistazie versuchen, ein Besseres gibts nirgends). Es war nett, hier in Messina. Ja, nett. Immerhin.

Ach, und den Ätna gibts auch noch, in der Nähe. Den hat man aber nicht gesehen, lag im wolkigen. Wie man sieht.

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Mykonos (GRE) -nach einem Seetag voller Kuchen und Dessert erreichten wir die erste von insgesamt 3 griechischen Inseln.

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Allerliebst ists dorten. Erst muss man, da auswärtig angelegen, mittels Bustaxi (das örtliche Transportgewerbe finanziert sich damit vermutlich ihre Villen auf der Südseite) in die Stadt fahren. Und dann schlendert man da rum. Und kauft ein. Weil sonst gibts da nix. Halt, doch, 4 Windmühlen. Die man sehen kann, wenn man sich durch die immer in Gruppen im Weg stehenden Chinesen gekämpft hat. (Wieviele von denen gibts eigentlich? 5 Milliarden? Egal, wo man hinkommt, die sind schon da. Oder sinds immer die Gleichen? Fragen über Fragen.)

Auf alle Fälle, es ist da allerliebst. Kleine Gässchen, weisse Häuschen, rote Türchen, blaue Türchen, rote Balkönchen, blaue Balkönchen. Allerliebst. Ich muss da nimmer hin, ich würde mich langweilen, vor lauter allerliebst.

Da so allerliebst, noch paar allerliebste Bildchen. Aber dann genug mit Mykonos.

 

Rhodos (GRE) – hier gönnten wir uns den Luxus eines Mietwagens, um nach Lindos zu gelangen. Da müsse man hin, heissts, hoch auf die Akropolis.

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Ich war erstaunt, der Grieche war pünktlich am Hafen zur Übergabe, alles hat geklappt, schon fuhren wir tapferen 4 in unserem Beetle-Cabrio gen Südwesten. Es fährt sich sehr gemütlich, kaum Verkehr, und wenn man akzeptiert, dass Rotlichter bloss Fahrvorschläge sind, gehts auch problemlos.

Planmässig wurde Lindos erreicht, der Beetle geparkt, und dann gings hoch aufn Bersch. Also, was der Transfergeldempfänger so unter Bersch versteht. Leichte Anhöhe. Wir trabten hoch, wichen elegant der Eselscheisse aus, erreichten den Eingang. Da wollten die doch glatt 12 Euro Eintritt. Holla. Aber gut, wenn man schon mal da ist, dann wollten wir auch rein. Und, es hat sich ausgezahlt. Tolles Gelände, sensationeller Ausblick, grosses Kino. Wir besichtigten alte Steine, neue auf alt getrimmte Steine, neue Steine, und erfreuten uns des historisch-interessierten Lebens. Und am deutschen Rentner mit weissen Socken in den Sandalen, der verzweifelt jemanden suchte, der sich und die Gattin knipste. Und jene Dame, die ihn abwies da unverstanden (der Herr schwäbelte amtlich), mittels „Blöde Kuh!“ von dannen schickte.

Nach ausreichender Besichtigung machten wir uns an den Abstieg, es galt das Mittagsmahl einzunehmen. Runner dauerte es länger als hoch, da wir jetzt den Fuß- und nicht den Eselsweg nahmen. Und jeder ständig stehen blieb, um zu knipsen.  Unten, Lindos, ist wie Mykonos – weiss, eng, bunt. Ich weiss jetzt nimmer, wie die Kneip‘ hieß, wo wir gespeist haben, aber es war fein – oben, am Dach, im Schatten, lecker, frisch. Allerfeinst. Ich glaube, da kannst in jeder Kneip‘ essen, zu gleicher Qualität, oben am Dach, im Schatten. Und denen am Nachbardach auf den Teller schauen.

Dann sind wir noch bisschen durch die Gemarkung spaziert und machten uns dann auf den Rückweg. Unterwegs noch kurzer Zwischenhalt am Strand (jo, war ein Strand, der angeblich schönste der Insel, aber ohne Palme ists für mich kein Strand sondern nur Sand am Wasser), rein nach Rhodos, kurz verfahren (da der feine Herr dachte, ohne Navi zurück zu finden), aber wie immer alles völlig unaufgeregt und souverän gelöst. Das Auto am Hafen unverschlossen abgestellt, Vermietung informiert, Schlüssel unter die Fussmatte gelegt (das läuft da so, geklaut wird das nicht, man hat sich wohl mit der örtlichen Kleinkriminalität geeinigt), zurück aufs Boot, an den Kuchen.

 

Santorin (GRE) – ein zweifelsfreies Hochlicht stand an.

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Das kennt doch jeder, diese weissen Häusschen, mit den blauen Dächern. Sehr schön, das wollten wir auch sehen, blöderweise findet man diese Sicht nicht. Oder darf da nicht hin, da privat. Oder findet sie nicht, weil zu blöd. Was aber egal ist, da Oia und Fira (die beiden Örtchen, die man bei einem 1-Tages-Besuch aufsucht) auch so ganz entzückend sind.

Es wurde getendert (Lob an die schiffliche und lokale Organisation, das hat perfekt und ohne gröbere Wartezeit geklappt), im Hafen kann man sich dann überlegen, ob man mit der Gondel nach Fira hochschaukelt (6 Euro/Fahrt), mit dem Esel reitet (dazu später noch was) oder mit dem Schnellboot nach Oia fährt. Der informierte Profi löst das 15-Euro-Kombi-Boot-Bus-Ticket und lässt sich nach Oia verschiffen. Knappe 30 Minuten dauert die Überfahrt, danach noch kurzer Transfer den Hügel hoch, raus aus dem Vulkankegel, und dann beginnt das gemütliche Spazieren.

Meine Güte, ist das herzig dort. Zwar voll und überlaufen, teilweise arges Gedränge, und mit Chinesen die auf den Häusern rumstehen. Aber herzig. Trotzdem.

Schauen Sie einfach selbst, liebe(r) Leser(in), ich halte derweil die Klappe.

Dann gings weiter, nach Fira (und dem Tenderplatz, damit man zurück zum Schiff kommt), dazu nimmt man einfach einen der Busse, die alle volle Stunde abfahren und lässt sich hinfahren. Wichtig – wenn man dazu neigt, sich und den Bus schnell in die Tiefe stürzen zu sehen, dann sollte man sich einen Platz in Fahrtrichtung rechts suchen. Knappe 15 Minuten dauerts und man erreicht die Haupstadt. Und da ists auch nett, aber net so nett wie in Oia.

Irgendwann wollten und mussten wir wieder runner, damit das Boot nicht ohne uns abfährt. Wir überlegten, sollen wir den Fussweg den Eselspfad entlang nehmen (jeder rät davon ab, da dreckig und eng und gefährlich) oder die Gondel. Nach kurzem Blick auf die Menschenwarteschlange an der Bergstation war klar – wir laufen. Und es war ok und relativ locker machbar.  Gut, man musste aufpassen, dass man nicht in die Eselscheisse tritt, dass man von den Eseln nicht über den Haufen gerannt wird, dass man auf der gesamten Rutschigkeit nicht ausrutscht, aber ohne Problem erreichten wir den Hafen.

Wobei, im Hochsommer, wenn es richtig voll ist und ständig Esel unterwegs sind, würde ich diesen Weg nicht nehmen. Dann ists wirklich zu eng.

Tender. Tschüss. Blick zurück. Kuchen.

 

Athen (GRE) – Hochlicht. Noch eines.

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Hier hatten wir, um möglichst viel zu sehen, viel zu erfahren und viel im Stau zu stehen, eine Tour per Automobil gebucht. Das Ganze war zwar etwas chaotisch (wir 4 Deutschsprachigen mussten insgesamt 4 mal den Bus wechseln), aber es war fein mit viel Informationen und einem ausgezeicheten Guide (Empfehlung: Piraeus Express – Grüsse an Stavros, den in Deutschland studierten Bautechniker, der mangels Beschäftigung jetzt Touris durch die Gegend karrt).

Es ging von Piraeus (wo die ganzen KF-Schiffe ankommen) rein nach Athen, zum Zeus-Tempel (da hatte ich irgendwie mehr erwartet, aber da stehen bloss noch paar Säulen rum, den Rest haben die Italiener geklaut),

zum Parlament (wo grade die Wachablösung stattfand – da müssen 3 arme Schweine mit Metallstiften in den schweren Schuhen bei jedem Wetter in komischem Gang rumrennen und dann , nach Ablösung, bei Wind und Wetter rumstehen und sich von Touris begaffen lassen),

zum Panathinaiko-Stadion (das ist das Olympiastadion der Antike, eine mächtig eindrucksvolle Betonschüssel, siehe oben die Panorama-Aufnahme)

und dann hoch zur Akropolis (schon schwer beeindruckend, da oben zu sein, so mittendrin).

Ich finde, Athen ist schon imponierend, mit dem ganzen alten Plunder, der da rumliegt. Empfehlung – nicht mit dem Auto rein, die Hauptsehenswürdigkeiten kann man alle halbwegs gemütlich laufend erreichen. Also, halbwegs.

 

Neapel (ITA) – nach dem zweiten Seetag gings zurück nach Italien.

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In Neapel waren wir schon paar Mal, haben schon sensationell-tolles gesehen, wir sind die Amalfitana gefahren, waren in Herculaneum. Diesmal war ich etwas angeschlagen, daher sind wir nur kurz raus, bisserl rumgelaufen, dann noch in die Galleria Umberto I (nein, die hat nichts mit dem Umberto-Witzchen zu tun). Enttäuschender Laden,  macht optisch einiges her, von den Läden kann sie nicht mal mit unserem Brunni mithalten. Also, nur kurz rein, die obligatorischen Bilder, dann wieder zurück aufs Schiff.

Kuchen. Danke. Koffer packen, letzter feiner Abend. Ab nach Rom.

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Noch was zu den Eseln auf Rhodos und Santorin und den ignoranten Arschlöchern, die sich draufsetzen: das Zeugs ist übelste Tierquälerei, was dort passiert. Da müssen die armen Viecher auf unebenem steinigen Grund stundenlang rumstehen, in grösster Hitze, in ihrer eigenen Scheisse, nur damit so paar Schweine (vorrangig saßen da dümmlich kichernde Chinesen druff) ihren wertlosen Kadaver den Berg hinan getragen bekommen.

Tja. Das sind halt die Schattenseiten des Tourismus. Ich und wir können das leider nicht abschaffen oder ändern, aber immerhin dazu beitragen, dass es weniger wird, in dem wir solche Scheisse nicht unterstützen. Arschjucken jedem, der sich auf einen der Esel setzt.

Aber, in Summe, schön wars, überall. An manche Orte muss ich nimmer, wir sind aber schon am überlegen, ob wir mal für ne Woche nach auf Santorin fahren (wenn da nur nicht die 7- stündige Fährüberfahrt aus Athen wäre. Da kotz ich ja 3 mal. Jessas). Da wars richtig muggelig, da hats uns sehr gut gefallen. Und irgendwer muss ja auch die ganzen Dächer blau anmalen. Und nachts die Esel losmachen.

Info zum Beitragsbild – die Bootsbelegung vor Santorin am Tag unseres Aufenthaltes. Rechts unseres. Links 2 andere.


6 Gedanken zu “Durchs wilde Mittelmeer

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