Der Süden. Hügelig. Danach Mittelerde. Muggelig.

Dann nutzen wir mal den Samstag, zwischen Wochenendeinkauf und Schmidt-Feuerung, zu Teil 2 der ozeanischen Rückschau. Nach Dunedin (zur Aussprache dieses Ortes einfach einen Semmelknödel in den Mund nehmen) gings weiter, nach Akaroa.

Eigentlich will ja niemand nach Akaroa, aber da wegen der ganzen Erdbeben der letzten Jahre der Hafen von Christchurch dermassen beschädigt wurde, dass Kreuzfahrtschiffe den nimmer anlaufen dürfen, muss man nach Akaroa. Und da sammelt man sich dann zur aufgedruckten Zeit seines vorgebuchten Ausfluges am Pier, mit Regenschirm (wie dieser jener Tage üblich), erklimmt den FrenchConnection-Bus und fährt los. Durch nette Landschaft gehts dahin, erinnert schwer an daheim (also, ganz daheim, net nur daheim), leicht hügelig, mit viel grün. Nett. Der Fahrer erzählt viel, über Natur und Geschichte und was ihm so einfällt, die Zeit vergeht, sogar die Chinesen sind ruhig.

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Dann erreichen wir Christchurch. Überall sind noch die Spuren der vergangenen Erdbeben sichtbar. Aber, mir scheint, das juckt hier keinen, man schafft voran, baut auf, schaut nach vorne. Vorwärts immer, Rückwärts nimmer. Oder so. ReStart ist ein gutes Beispiel dafür.

Stadtrundfahrt, Zeit zur freien Verfügung, Treffen, Rückfahrt. Wie halt bei solch Ausflügen üblich. Es sind auch alle wieder dabei, keiner wurde zurückgelassen. Ist einen näheren Besuch wert, dieses Christchurch. Irgendwann. Dann ohne Bus. Und Chinesen.

Neuer Tag, neues Glück. Wellington. Hauptstadt. Regierungssitz. „Windy Wellington“, sagt man. Aber nicht an diesem unseren Tag. Windstill wars. Uns aber egal, da wir die meiste Zeit im Te Papa Tongarewa verbracht haben. Ein grossartiges Museum, Pflichtbesuch. Da gibts alles, was das Land betrifft, vom grössten jemals gefangenen Tintenfisch (The Colossal Squid, 495 kg schwer, 6 Meter lang) über die Geschichte der Besiedlung durch Maori und Europäer über Waitangi (darüber gibts später mehr, das begegnet einem dort täglich und überall) bis zur heutigen Zeit. Inklusive All-Blacks-Huldigungen.

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Irgendwo sollts auch einen virtuellen Bungy-Sprung geben, den habe ich aber nicht gefunden. Schade. Hätte eh verweigert, aber grossmaulen hätt ich können. (Bildungsauftrag: Bungy, erfunden in Neuseeland, das erste Mal sind welche von einer Brücke nahe Queenstown runner gehüpft. Kann man heute auch noch, von dieser Brücke. Leider waren wir da nicht, sonst hätt ichs getan. Also, mir die Brücke angeschaut.)

Danach raus, quer durch die Gemarkung, Regierungssitz und Parlamant anschauen, noch bisserl Schokolade gekauft (Jessas, diese Cadbury, die die dort haben, ist sowas von lääääääcker), ab zum Boot. Gibt sicher irgendwo Kuchen.

Zur besseren Übersicht, das Regierungsviertel in 360 Grad (das mit der Kuppel ist der Sitz des Prime Minister, daneben das Parlament, dann die Parlamentsbibliothek).

Raus aus Wellington, weg von der Südinsel, ab nach Norden. Nächster Halt Tauranga. Und was hatten wir da schön geplant – erster Tag Hobbiton, dann nach Rotorua und uns bis zum nächsten Tag erfreuen an Action, Thermalfeldern und Schwefelbädern. Leider musste der Aufenthalt ja gekürzt werden, wegen des schlechten Wetters. Und war schon ok so. Besser als das, was denen passiert, die dort mit der Norwegian Star unterwegs sind – Motorschaden, stundenland am offenen Meer getrieben, nach Melbourne geschleppt, Reise beendet. Da hatten wir ja noch richtig Glück.

Runter vom Boot in Tauranga. Nettes Städtchen, mit Strand, Küstenstrasse und Berg. Hier schnappten wir unseren ersten Mietwagen. Links fahren kennen wir ja schon, seit unserem Aufenthalt im dauerverregneten England. Also kein Problem. Und in Neuseeland gehts sehr gemütlich zu. 100km/h höchstens, auf so Landstrassen, die dort Highway heissen. Alle fahren gemütlich. Man sollte auch in Deutschland ein Tempolimit einführen. Vielleicht nicht 100. Aber so 130 bis 150 wäre ok. Das ist dem Verkehrsfluss so dermassen dienlich, dass es fast schon zu sinnvoll wäre.

Heutiges Ziel – Hobbiton. Ich habe die Filme zwar gesehen, bin aber weit weg vom Terminus des Fan. Und die Fraa hat gar nix gesehen davon (wie 30% aller Besucher), wollte aber auch dahin. Und es hat sich gelohnt. Sowas muggeliges. Herzig.

Knappe Stunde Fahrzeit, die wir mit einem Besuch der sensationellen McLaren-Falls höhegepunktet haben. Oder so. Immerhin, netter Fussmarsch duch den Dschungel. Mit eigenartigen Geräuschen, um einen rum.

Ankunft im Besucherzentrum, alles voll mit Bussen und Touristen. Die Frage nach einer früheren Tour (die Planung war ja noch auf späteres Eintreffen in Tauranga und somit spätere Mietwagenabfahrt ausgerichtet) wurde positiv bewertet, also gings bald los. Rein in die Zubringerbusse (man darf da net alleine hin), ab nach Hobbiton. Im Bus schon Ansprache von Peter Jackson, Vermarktung von Anfang bis Ende. Gut, aber es zwingt einen ja keiner, da mitzumachen. Dann ist man da, bekommt seinen Führer zugeteilt (wir hatten einen verständlich sprechenden LotR-Fanatiker), und los gehts.

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Unne rein, in paar Schleifen hoch, immer mal Halt, Bildergelegenheit, oben beim Beutlin’s Haus vorbei, runner, in die Kneipe, Freigetränk, Bus, Souvenirshop, raus. Klingt übel, wars aber nicht. Man hat genügend Zeit, sich alles anzuschauen, sich an den Ein- und Ausblicken zu erfreuen, der Guide beantwortet alles (lustig wirds, wie in unserem Fall, wenn da noch 2 Freaks mit in der Gruppe sind, die Zeugs zu Personen und Gegebenheiten fragen, von dem ich noch nie was gehört habe), man kann knipsen und 360-graden. Ist halt sehr touristisch, zudem war da Hochsaison, also eh viel los. Aber war jede Minute und jeden neuseeländischen Dollar wert.Ein Hochlicht, bis dahin.

Und nach dem, selbstverständlich, Shoppen im Shop gings wiederretour nach Tauranga, mit 100km/ in der Spitze. Zum Boot. Denn es gab ja Kuchen. Und das letzte Abendessen, denn am nächsten Tag hiess es „runner von Schiff, rein ins nächste Auto“.

Hiermit schliesst Teil 2 der Rückschau. Demnächst Teil 3, dann Northland, mit Cape Reinga und Delphinen und dicken alten Bäumen und dem Klo von Hundertwasser.

Info zum Beitragsbild – da muss was im Abendessen gewesen sein. Da sitze ich vollgevöllert im Theater, um die abendliche Unterhaltung zu geniessen, da sehe ich plötzlich aufblasbare Delphine durchs Publikum schweben. Als Konsequenz habe ich mich ab dann jedem Gemüse und/oder Obst verweigert. Und, wie erwartet, keine aufblasbaren Delphine mehr.


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